Die Geschichte der Bruderschaft ist auch ein großer Teil der Geschichte der Gemeinde. Die Bruderschaft wurde im Jahr 1893 gegründet, ursprünglich um den Heimatort vor Feinden von außen zu verteidigen. Über die Jahre wandelte sich die Bruderschaft, wie das gesamte Schützenwesen, zu einer Tradition die ihren Höhepunkt im alljährlichen Schützenfest findet.

Als die Bruderschaft (vermeintlich) im Jahr 1893 gegründet wurde, hat offenbar niemand daran gedacht, Protokoll zu führen. Niederschriften über das Vereinsleben sind erst ab dem Jahr 1950 lückenlos überliefert. Daher sind leider große Teile der Vereinsgeschichte nicht mehr vorhanden, aus diesem Grund ist es auch möglich, dass die Bruderschaft tatsächlich noch viel älter ist. Aus alten Aufzeichnungen des ehemaligen Chronisten und Schriftführers der Bruderschaft ist zu entnehmen, dass es bis zur Jahrhundertwende nur eine Schützenbruderschaft in Nienberge gab. Die Mitgliedschaft setzte sich entsprechend der Gemeindestruktur aus der ländichen Bevölkerung (Bauern) und den Dorfbewohnern zusammen. Im Jahr 1893 spaltete sich die Bruderschaft aufgrund von internen Spannungen auf.

Bei der Gründung der Bruderschaft wurde sich bei der Namensgebung nach dem Paffpatron der kath. Pfarrkirche Nienberge orientiert. Hiermit sollte offensichtlich nach dem Willen der Gründer die Verbundenheit zur Pfarrgemeinde hergestellt werden. Damit trägt der Schutzpatron der Bruderschaft auch den Namen des Wohl populärsten Schützenbruderschaftspatrons überhaupt.

Als ältestes heute noch vorhandene Dokument unserer Bruderschaft ist ein Mitglieds- und Kassenbuch aus dem Jahr 1893. Hierin werden 59 Mitglieder und 5 Ehrenmitlgieder namentlich aufgeführt.

Der Jahrebeitrag betrug damals 60 Pfennig.

 

 

Viele Belege der Bruderschaft wurden, vor allem, in den beiden unseligen Weltkriegen zerstört. "Überlebt" haben die Kriege unter anderem auch die alte Bruderschaftsfahne die in der Aufschrift die Jahreszahl 1901 trägt, auf einem  Schild ist  die Gravur der Jahreszahl 1913 an der  ältesten noch vorhandenen Königskette zu lesen.

Am 20. November 1979 legte die Generalversammlung das Gründungsjahr 1893 fest. Dies geschah auch im Zusammenhang mit der Eintragung der Bruderschaft in das Vereinsregister beim Amtgericht Münster.

Das Vogelschießen fang in Hofkamps Busch statt, den die Besitzer des Haus Nienberge der Bruderschaft hierfür zur Verfügung stellten. Nach dem Königsschuß feierte die Bruderschaft im Gasthof "Zur Post".

 

Mit Ausbruch des zweiten Weltkrieges war das Vereinsleben zunächst beendet. Wie in den Nachkriegsjahren von 1915 bis 1919 sind auch von 1940 bis 1945 keine Schützenfeste gefeiert worden. Aufgrund von Vereinsverboten der Besatzungsmächte wurde im Jahr 1947 das erste Schützenfest der Nachkriegszeit gefeiert. Der erste König nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Tankstellenbesitzer Wilhelm Brandes. Wilhelm Brandes ließ auf seiner Königsplakette  den Text eingrafieren: "De Krieg is ut, met sine Naut un Bomben fällt nich miähr. Nu schenk us use däglik Braut un rechten Frieden, Här."

 

Nach dem Krieg entstand auch das "Sebastian-Lied", das von dem damaligen Nienberger Pfarrer Alexander Hammer zur Melodie "Wunderschön-Prechtige" getextet wurde. Mit dem Sebstian- Lied klingt noch heute das Bruderschaftshochamt in der Pfarrkirche, auf dem Schützenfest, aus.

Das Programm des Schützenfestes veränderte sich in den folgenden Jahren immer wieder, so wurde zum Beispiel ihm Jahr 1980 eine Tombola auf dem Schützenfest eingeführt der erste Preis war damals, ein Pony. Über die Jahre wurde aus dem Pony ein "Drahtesel", der neue Besitzer legte anschließend, meistens zu dem Lied "Ja, wir sin midn radel da" eine Ehrenrunde im Festzelt hin.

Im Jahr 1981 wurde innerhalb der Bruderschaft eine Sportschützenabteilung etabliert. Hier können Vereinsmitglieder mit Luftdruckwaffen (Luftgewehr & -pistole) im sportlichen Wettkampf gegeneinander antreten. Geschossen wurde zuerst im Saal des Gasthos "Zur Post", später zog man auf den Dachboden der Gaststätte um.

 

Im Jahr 1993 feierte die Bruderschaft ihr 100 jähriges Bestehen. Hierzu wurde ein großer Festakt geplant. Die Feierlichkeiten dauerte mehrere Tage. Über die Jahrtausendwende verlor die Bruderschaft viele Mitglieder. Durch den städtische Entscheidungen wurde im Jahr 2009 das Freibad von Nienberge geschlossen, die hierdurch freigewordenen Flächen wurden dem Sportverein von Nienberge zur Verfügung stellt, die Umkleidekabinen sowie der Kassen- und Schwimmmeisterraum wurden den Sportschützen der Bruderschaft angeboten.

In wochenlangem Umbau wurde ein moderener Schießstand gebaut, auf dem noch heute die Schützenbrüder ihren Schießsport ausüben. Seit 2009 findet das Festzelt auf dem Parkplatz vor dem Schießstand platz. Aufgrund von umweltschutzgründen musste auch die Vogelstange aus dem Hofkamps Busch auf den Parkplatz an der Feldstiege umziehen. Hier errichteten die Sebastianer zusammen mit der St. Jakobi Schützenbruderschaft eine neue Vogelstange. Letzter König im Hofkamps Busch war Dennis Schmitz. Erster König auf dem neuen Festplatz war Martin Duwenig.

Im Jahr 2013 richtete die Bruderschaft nach Anfrage durch die St. Sebastian Schützenjugend Diözesanverband Münster, die Diözesanjungschützentage aus. Alles Wichtige hierzu ist im Menü unter DJT 2013 zu lesen.


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